Die Bundesnetzagentur hat allen “Marktakteuren nun Klarheit verschafft”: Wie Behördenchef Matthias Kurth mitteilte, sind im Zeitraum März bis Mai 2011 in Deutschland Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 700 Megawatt (MW) ans Netz gegangen. Aufs Jahr hochgerechnet würde dies einem Zubau von 2.800 MW Solarstromleistung entsprechen – deutlich weniger als im letzten Jahr. Werden wir ein maues Solarjahr erleben?
Nein, drei gute Gründe sprechen dagegen:
1. Im Vergleich zum Vorjahr hielt sich das Kaufinteresse der Kunden bisher lediglich aus taktischen Gründen zurück. Die Installateure arbeiteten im ersten Halbjahr nur auf halber Kraft, obwohl die Lager der PV-Hersteller gefüllt sind. Landeten in den ersten fünf Monaten 2010 noch Paneele mit einer Leistung von 1.700 MW auf den Dächern, waren es dieses Jahr im gleichen Zeitraum “nur” 1000 MW – immer noch mehr als im letzten Jahr in ganz China installiert wurde.
2. Zum 1. Juli werden die Vergütungssätze für neue PV-Anlagen auf deutschen Dächern nicht abgesenkt. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird der Zubau an Photovoltaikleistung in einem Referenzzeitraum gemessen und wirkt sich entsprechend auf die Degression aus. Hätte der Zubau von März bis Mai die Marke von 875 MW überschritten, wäre der derzeitige Tarif von maximal 28,74 Cent für kleine Dachanlagen um drei Prozent verringert worden. Das wird nun nicht der Fall sein.
3. Wir werden wieder eine wahre Jahresendrallye erleben. Und wieder viele staunende Gesichter bei den Solar-Akteuren sehen. Denn die Kaufzurückhaltung zeigt nur, dass die deutschen Installateure und Kunden mittlerweile abgezockte Marktprofis sind. Mit dem Wissen um die vollen Lager warten sie geschickt ab, dass die Hersteller ihre Preise senken müssen. Und ab dem Sommer heißt es dann in die Hände spucken und loslegen. Mein Tipp: Am Jahresende werden wir eine Zahl von 6.000 MW-Plus sehen. Wenn nicht sogar einen neuen Rekord.
Und wie lautet Ihr Tipp? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.




24 Kommentare zu "PV: Jahresendrallye garantiert":
Es wäre wünschenswert, wenn sich bis zum Jahresende noch viele Bürger zum Kauf einer neuen PV-Anlage entscheiden würden … das treibt den durchschnittlichen Strompreis für erneuerbare Energien von zurzeit schon knapp 14 Ct/kWh weiter in die Höhe – und wird dazu beitragen, dass dem Bürger das im EEG festgelegte Konzept noch deutlicher vor Augen geführt wird: wir bürden heutigen Kindern und Jugendlichen nämlich mit jedem weiteren Bau von PV-Anlagen beträchtliche Solarschulden auf, die in den kommenden beiden Jahrzehnten mit zusätzlichen Erhöhungen der EEG-Umlage von heute bereits knapp 4,2 Ct/kWh (Umlage plus Mehrwertsteuer) zurückzuzahlen sein werden … allein die kumulierten Solarschulden für alle schon existierenden PV-Anlagen liegen heute schon in einem Bereich von rund 85 Mrd. €, Tendenz steigend!
Ja Herr Brause, auf alle Fälle müssen die neuen Anlagen für erneuerbare Energien bezahlt werden. Das ist sicher nicht einfach nur ein Spaziergang und braucht entsprechende Beachtung. Mit den Zahlen kennen Sie (und die anderen Beitragenden) sich da sicher besser aus als ich.
Was die kommenden Generationen angeht, könnte ich mir vorstellen, dass sie sich einmal sehr freuen würden, wenn wir ab sofort noch viel mehr in (verschiedene) erneuerbare Energien investieren. Hauptsache, wir schaffen es überhaupt, die dringend nötige Energiewende jetzt endlich ausreichend in Fahrt zu bringen! Damit könnten wir ihnen vielleicht noch einen Teil der sehr viel höheren ‘Kosten’ von globalen Klimaveränderungen ersparen.
Wie sich die Lebensbedingungen künftiger Generationen auf der Erde ansonsten innerhalb weniger Jahre unumkehrbar verschlechtern können, zeigt eindringlich der animierte Kurzfilm “Wake Up, Freak Out – then Get a Grip”. Deutschsprachige Fassung: “Wach auf, raste aus — dann setz dich in Bewegung!”
http://www.cinerebelde.org/wake-up-freak-out-then-get-a-grip-p-83.html
http://carbondowntozero.org/projects/wakeup/de/
http://vimeo.com/4671694
(ca. 11:30 Min.)
… ob sich die kommenden Generationen über noch höhere EEG-Umlagekosten freuen würden, können wir nicht wissen … genauso gut könnte ich behaupten, dass die kommenden Generationen uns einmal vorhalten Option genommen haben … dürfen wir für unsere Nachkommen entscheiden, was sie nicht nutzen sollen? … anstatt mit einem System wie dem EEG nicht wettbewerbsfähige PV-Technik in den sowieso schon staatlich überregulierten Markt zu drücken, sollte das Geld lieber in FuE gesteckt werden … einen guten Überblick zum Märchen von der Solarenergie finden Sie übrigens hier: http://www.welt.de/dieweltbewegen/article13451001/Der-grosse-Schwindel-mit-der-Solarenergie.html
Ich finde man sollte abwarten und nicht zuviel erwarten. Wenn es Ende 2011 dann mehr zugebaut wurden freut man sich umso mehr.
Was die EE-Umlage betrifft so ist diese für dieses Jahr bei 3,5 Ct/KWh. Da wird es viele Berufskritiker nächstes Jahr überraschen daß diese Umlage für 2012 auf unter 3 Ct/kWh sinken wird. Wäre von den Netzbetreibern korrekt gerechnet worden wäre man für 2011 auf nur 2,7 Ct/kwh gekommen.
Und für die zu kurz denkenden Kritiker wie Herrn Brause:
Die kumulierten “Solarschulden” müssen Sie abzinsen. 1 Mrd Euro ist in 20 Jahren bestimmt nicht mehr soviel wert wie heute!
Sobald die Haushaltstarife in 5 Jahren auf 30 Ct/KWh gestiegen sind werden viele PV-Besitzer die heute nur 28 Ct/kwh vergütet bekommen den Strom selbst verbrauchen und die EEG-Umlage gar nicht mehr in Anspruch nehmen. Bei Haushaltstarifen in 10 Jahren von 40 Ct/kWh werden es noch weniger usw.
Fazit: Die sogenannten Solarschulden werden sich in Luft auflösen!
Genau,
bei teuren Strompreisen werden die PV-Besitzer ihren Strom selbst verbrauchen. Das klappt bei vielen Einfamilienhausern besonders gut im Zeitraum Oktober-März nach 18 Uhr. (also dann, wenn viel Strom verbraucht wird).
BTW, Hoffmann: Beim oben genannten Betrag der “Solarschulden” von mehr als 80 Mrd. € wurde abgezinst, d.h. der Betrag ist bereits inflationsbereinigt und entspricht heutigem Geldwert, nachzulesen bei Professor Frondel vom RWI in Essen. Daher ist nichts mit “in Luft auflösen” …
… ist schon klar, Hoffmann: erst die Allgemeinheit bluten lassen und dann, wenn das EEG-System zu unangenehm hohen Stromkosten führt, die Solidargemeinschaft verlassen und mit der von allen zuvor teuer subventionierten PV-Anlage nur noch eignen Strom produzieren wollen …
… die tatsächlichen Durchschnittskosten für eingespeisten Strom aus allen in Deutschland installierten PV-Anlagen betrug 2009 übrigens immer noch rund 48 Ct/kWh. Dies lässt sich in der EEG-Jahresabrechnung nachlesen. Der Trend der EEG-Kostenentwicklung geht klar in eine Richtung: steil nach oben! Das wird erst einmal nichts mit “EE sind die Billigmachern”, wie von Öko-Befürwortern gern und oft behauptet wird.
Ihnen sind die Zusammenhänge nicht klar, Brause.
Ein PV-Eigentümer der den eigenen Strom selbst verbraucht und die Vergütung von 28 Ct/kwh nicht in Anspruch nimmt weil die Haushaltstarife auf 30 Ct/kwh gestiegen sind ENTLASTET nicht nur sich selbst sondern auch die EEG-Umlage.
Die Durchschnittskosten der PV steigen umso mehr je weiter Sie in die Vergangenheit zurückgehen. Im Jahr 2009 waren gerade mal 9 GW PV installiert, im Jahr 2010 waren es schon 17,3 GW. Die zugebauten Anlagen haben im Schnitt ca 30 Ct/kwh erhalten, das “versaut” Ihren Schnitt Brause.
Nach einer Anfrage aus dem Bundestag bei der Bundesregierung wird die EEG-Umlage im Jahr 2012 wieder unter 3 Ct/kwh sinken. Das ist der Fakt – und nicht Ihre Fantasie!
Nennen wir doch mal Fakten zum finanziellen:
Solarenergie erzeugte im Jahr 2009 keine 10% der von erneuerbaren Energien erzeugten Strom, erhielt aber ein Drittel der gesamten EEG-Umlage
Windenergie hingegen erzeugte mehr als die Hälfte und erhielt ebenso nur ein Drittel.
Dazu kommt erschwerend, dass sich die Wertschöpfung in der Solarbranche leider nicht mehr wirklich in Deutschland abspielt, denn 20-30% der installeirten Anlagen kamen nunmal aus allen anderen Ländern. Das konterkarriert aber den Sinn und Zweck der EEG-Umlage, da diese nunmal ein langfristiges Ziel hat, die marktfähige Einführung der Technologien, die damit gefördert werden. Das ist für die Firmen im Bereich Solarenergie leider nicht mehr gegeben, da gerade mal eine Firma noch zu den weltweiten Top10 gehört. Es ging, wie man an dem Zubau in 2010 gesehen hat, nur noch darum möglichst viel Förderung abzustauben, denn warum wurde denn aufeinmal soviel zugebaut, doch sicher nicht, weil aufeinmal die Überzeugung so gestiegen ist, sondern in erster Linie aus dem Grund, möglichst noch viel mitzunehmen, denn ansonsten hätten die vielen neuen Solaranlagenbesitzer ja auch noch eine gewisse Zeit warten können.
Es kommt nicht von ungeähr, dass in Deutschland 60% des gesamten Zubaus an Photovoltaik der G20 Länder stattfand. Und bei der Steigerung wage ich auch stark zu bezweifeln, dass hier viele dabei sind, die die Anlage zum Eigenverbrauch nutzen, sondern in erster Linie um damit eine hoh Rendite zu erwirtschaften. Das wäre ja nicht schlimm, wenn es denn auch so kommuniziert werden würde. Aber anstatt dessen wird die ganze Zeit nur davon geredet, dass Solaranlagenbesitzer die besseren Menschen sind und etwas für die Umwelt tun. Das ist sicherlich auch zum Teil so nur sieht man an dem Boom im letzten Jahr ja auch eindeutig, dass es vielen auch nur um die Förderung geht.
Das es diese Diskussion überhaupt gibt, da mussman vor der Solarbranche einfach den Hut ziehen, denn es ist bei der Bevölkerung und Teilen der Politik nur noch eine Imagegeschichte für Solarenergie zu sein obwohl es langfristig, sowohl ökonomisch als auch ökologisch, mit der Windenergie eine bessere Alternative gibt.
Nicht nur das Unternehmen der Windbranche in Deutschland noch sehr stark auf dem Weltmarkt sind (5 unter den besten 20) und damit auch eine sehr gute Rolle bei Export und Arbeitsplätzen spielen werden, sondern auch die Energieerzeugung von Windkraftanlagen ist im Verhältnis zum finanziellen Aufwand eindeutig, wie man am Verhältnis sieht.
Da täuschen Sie sich aber: Die Wertschöpfung bei PV erfolgt selbst dann in Dtl wenn die Solarmodule von Asien kommen. Die Herstellung von Modulen erfolgt schon automatisiert und braucht nur wenig Arbeitskräfte. Der größte Teil der Modulkosten sind Kosten für Rohstoffe und Energie, nicht für Arbeitszeit.
Der größte Teil der Wertschöpfung erfolgt in Dtl während der Installation die hauptsächlich aus Arbeitszeit besteht. Außerdem haben dt. Firmen eine Marktbeherrschung bei Solarwechselrichtern, auch die Befestigungssysteme werden in D hergestellt. Nicht zuletzt werden 50% der in D produzierten Module exportiert.
Außerdem werden die asiatischen Solarmodule zumeist auf deutschen Maschinen produziert. Lesen Sie keine “neue energie”?? Centrotherm, Manz usw.
PV wird dieses Jahr vermutlich die Stromerzeugung aus Wasserkraft einholen.
Die bis 2009 installierte PV wurde alleine im Jahr 2010 nur durch den Zubau fast verdoppelt. Ein wirklich schlechtes, veraltetes Beispiel ihr Jahr 2009.
Was meinen Sie warum EnBWVattenfallRWEEON Strom erzeugen? Weil sie Gutmenschen sind oder weil sie Geld verdienen wollen? Übrigens 2009 mit eine EK-Rendite von 26%.
Was meinen Sie warum TenneT50HertzAmprionEnBWTNG Stromnetze betreiben? Weil sie Gutmenschen sind oder weil sie Geld verdienen wollen? Von der Bundesnetzagentur wird diesen 4 Betreibern eine Rendite von knapp 10% garantiert!
Da müßten Sie mir nochmal erklären warum eine PV-Dachanlage nun keinen kleinen Gewinn von ca 5% abwerfen sollte? Die Energiekonzerne würden für 5% nicht mal den Bleistift in die Hand nehmen!
Leider falsch, Hoffmann, und – wie hier auch schon an anderer Stelle festgestellt – weil aus Ihrer Perspektive offensichtlich nicht sein kann, was nicht sein darf, denn die eindeutig belegten Realdaten der EEG-Jahresabrechnungen sind unter http://www.eeg-kwk.net/de/EEG_Jahresabrechnungen.htm von jedem Interessierten abrufbar. Dass Sie sich diese Daten nicht so gern im Detail anschauen möchten, ist mir schon klar, da Ihre Illusionen dort durch die Realität widerlegt werden. Für eingespeisten PV-Strom aus allen PV-Anlagen in Deutschland und die allein durch diesen PV-Strom verursachten EEG-Umlagekosten ist dort zu nachzulesen:
Jahr PV-Strom EEG-Umlage Durchschnittsvergütung
2009 6,58 TWh 3,157 Mrd. € 48,0 Ct/kWh
2008 4,42 TWh 2,219 Mrd. € 50,2 Ct/kWh
2007 3,08 TWh 1,587 Mrd. € 51,6 Ct/kWh
2006 2,22 TWh 1,177 Mrd. € 53,0 Ct/kWh
2005 1,28 TWh 0,679 Mrd. € 53,0 Ct/kWh
2004 0,56 TWh 0,283 Mrd. € 50,8 Ct/kWh
2003 0,31 TWh 0,154 Mrd. € 49,1 Ct/kWh
2002 0,16 TWh 0,082 Mrd. € 50,3 Ct/kWh
Die Durchschnittvergütung für PV-Strom von rund 48 Ct/kWh im Jahr 2009 ist mit dem Marktpreis (Börsenpreis) für Baseload-Strom zu vergleichen, der zurzeit 5 bis 6 Ct/kWh kostet. Und was sehen wir: Selbst bei sehr großzügigen Abzug des oberen Marktpreises von 6 Ct/kWh (eigentlich ist der fluktuierende PV-Strom nicht bedarfsgerecht lieferbar und somit dieser parasitäre Regenerativstrom deutlich weniger wert als bedarfsgerecht lieferbarer Strom aus konventionellen Kraftwerken) ist der von allen deutschen Stromkunden heute zu zahlende PV-Strom immer noch mindestens um das Neunfache teurer …
Wieder nicht aufgepaßt, Brause. Wir haben immer noch das Jahr 2011. Und das Jahr 2010 mit den bisher höchsten Zubauzahlen haben Sie mal wieder ignoriert. Lesen Sie einfach nochmal meine Kommentare, vielleicht verstehen Sie es dann. Mit billigem Copy und Paste kommen Sie nicht weiter, verstehen ist wichtiger!
Außerdem liefert PV den Strom bedarfsgerecht und zu Zeiten wenn normalerweise teure Spitzenlastkraftwerke hochgefahren werden müssen. Für solche Kraftwerke fallen weit höhere Kosten als 6 Ct/kwh an.
Und nochmal, Brause:
Nach Auskunft der Bundesregierung sinkt die EEG-Umlage 2012 wieder unter 2012.
… schon klar, Hoffmann, es darf einfach nicht sein … und weiter ganz fest daran glauben … ihre Vermutungen sind leider schon wieder falsch, macht aber nichts …
… für Sie zum langsamen Mitschreiben und zum besseren Verständnis: die Zahlen für 2010 habe ich nicht ignoriert, sondern diese werden erst etwa Ende Juli in der EEG-Jahresabrechnung 2010 veröffentlicht. Doch selbst bei Berücksichtigung des von Ihnen angesprochenen Zubaus von etwa 7 GW und einer PV-Stromproduktion von rund 12 TWh im Jahr 2010 dürfte die Durchschnittsvergütung immer noch bei weit mehr als 42 Ct/kWh gelegen haben. Wir werden das ja in ein paar Tagen sehen, wenn die offizielle EEG-Jahresabrechnung veröffentlicht wird. Die Durchschnittsvergütung sinkt nämlich aufgrund der 20 Jahre lang abzuzahlenden Solarschulden für bestehende Anlagen nur relativ langsam ab … ich habe übrigens noch nicht gewusst, dass PV-Anlagen im Winterhalbjahr so ab 17:00 / 18:00 Uhr, wenn die Stromnachfrage regelmäßig noch eimal deutlich ansteigt und Spitzenlasten zu decken sind, die teuren Spitzenlastkraftwerke ersetzt … ach ja, nächtlich Lieferungen von PV-Strom hat es vor einiger Zeit ja auch schon einmal in Spanien gegeben … der Strom stammte da übrigens aus Dieselgeneratoren …
Inzwischen ist die EEG-Jahresabrechnung für das Jahr 2010 veröffentlicht worden:
http://www.eeg-kwk.net/de/EEG_Jahresabrechnungen.htm
Der über alle PV-Anlagen in Deutschland im Jahr 2010 ermittelte Durchschnittswert für PV-Strom beträgt 43,6 Ct/kWh. Das ist im Vergleich zum Börsenwert immer noch mehr als das Sieben- bis Achtfache!
… apropos Entlastung der EEG-Umlage durch selbstgenutzten PV-Strom, Hoffmann: Sie sagen, dass Eigentümer von PV-Anlagen ihren selbst produzierten PV-Strom schon bald selbst verbrauchen werden, wenn der Strompreis, den der Endkunde zu zahlen hat (zurzeit etwa 23 bis 24 Ct/kWh), höher als die entsprechende EEG-Einspeisevergütung ist. Die Sache hat aber einen gewaltigen einen Haken, Hoffmann, und daher springen Sie einmal wieder zu kurz: Infrastruktur und Betrieb der Stromnetze kosten nämlich Geld, und diese Kosten werden von allen Stromkunden bezahlt. Wenn wegen des selbstgenutzten PV-Stroms insgesamt weniger Strom aus dem Netz bezogen wird, so muss die Netznutzung teurer werden, da die Stromnetze ja nach wie vor benötigt werden und also auch die Infrastrukturkosten weiter anfallen. Das bedeutet, dass alle Stromkunden eine höhere Grundgebühr oder steigende Netznutzungsgebühren bezahlen müssen … ein Superkonzept und Schildbürgerstreich, Hoffmann …
Ihr gewaltiger Haken, Brause, ist daß die Kosten der Stromnetze für den Selbstversorger irrelevant sind. Werden diese teurer so wird PV umso schneller rentabel, und warum die PV-Betreiber die 10%igen, garantierten Gewinne der Stromnetzbetreiber bezahlen sollten müßten Sie denen auch noch erklären.
Was Ihnen auch noch nicht klar ist Brause, ist daß diese Kosten nur über die Durchleitungsgebühren gedeckt werden, die Grundgebühr ist Miete für den Zähler und Kosten für die Ablesung.
Nach Ihrer Argumentation Brause sollten Sie doppelt soviel autofahren damit durch die dann steigenden Benzinsteuereinnahmen der Straßenunterhalt besser finanziert wird und weitere Steuererhöhungen vermieden werden – ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei Brause!
Schön daß Sie es endlich zugeben daß die Durchschnittskosten für 2010 deutlich sinken werden. Nun müssen Sie nur noch die Tabellen für die diesjährige Förderung nachschlagen und Sie werden erkennen daß die Förderung von PV-Strom zwischen 28,7 u. 21,5 Ct/kwh liegt. Sobald die Stromtarife über diesen Betrag von 28,6 ct steigen wird die in Anspruch genommene EEG-Umlage sinken weil der Eigenverbrauch günstiger ist. Der Preis von 30 Ct/kwh für Haushaltstarife ist in einigen Jahren absehbar, die Förderung von max. 28,6 Ct/kwh bleibt u. verändert sich nicht mehr.
Mit der weiteren Entwicklung von E-Autos u. deren Akkus wird auch die Eigenstromversorgung weiter profitieren u. ein immer größerer Teil des erzeugten Stroms wird selbst genutzt u. die Förderung nicht in Anspruch genommen. Mit weiteren Preiserhöhungen der Stromkonzerne für Haushaltstarife über 30 Ct/kwh werden die Brause’schen Solarschulden sehr schnell abnehmen und sich im Nirwana auflösen.
Nun ist es so daß im Winter im Gegenzug zur PV-Ernte die Nutzung von Heizungen ansteigt. Die künftige Nutzung von Mikro-KWK-Anlagen würde dies problemlos ausgleichen. Im Übrigen, Brause, können Pumpspeicher nicht nur Atomstrom aufnehmen sondern auch EE-Strom und wie heute auch Spitzenstrom erzeugen.
Achja Brause, mit Dieselgeneratoren werden Sie nicht in der Lage sein PV-Strom zu ersetzen weil die Kosten für Diesel die Förderung von PV übersteigt. Ich weiß, mit dem Rechnen haben Sie es nicht so Brause…Sie würden jedenfalls riesige Verluste damit machen!
… und schon wieder Nebelkerze um Nebelkerze, Hoffmann … wenn das, was Sie sagen, alles aus wirtschaftlicher Sicht so sinnvoll ist: Warum versorgen sich PV-Anlagenbesitzer nicht komplett autark und verzichten konsequent auf die EEG-Vergütung? Das würde die EEG-Umlage dann nämlich so richtig entlasten!
Hätten Sie meine Kommentare gelesen, Brause, könnten Sie ihre Frage auch selbst beantworten. Stattdessen weichen Sie ständig nur aus und erzeugen neue Luftblasen.
… es bringt ganz offensichlich nichts, einen Foren-Troll wie Hoffmann weiter zu füttern …
… der geneigte Leser dieses Forum mag sich anhand der Beiträge selbst ein Bild machen, wessen Kommentare mehr Substanz haben und welche weniger …
Amüsante Diskussion…
Alle Volkswirte dieser Republik sind sich jeodch einig, dass PV die schlechteste und teuerste aller EE in Deutschland ist. Und wenn man nach dem Maximalprinzip handelt, dann sollte man andere EE in D stärker fördern.
Kommentare hin oder her, Jürgen Heup (der Verfasser des Artikels) sollte sich mit dieser Problematik einmal etwas stärker befassen.
Gute Diskussion,
würde ich sagen. Ich werfe ein, dass die Antwort vielschichtig ist und nicht einfach mit “falsch” oder “richtig” den Kern trifft. (siehe auch ee-blog-Kommentare zum Artikel Solarindustrie stärker fördern bzw. neue energie 2/2011 Titelgeschichte “Sonnenkrieg”). Und sie verschiebt sich vor allem je nach Betrachtungsebene. Die Kostenrechnung als Grundlage zu nehmen, ist nicht ganz trivial. Bei der fossilen Energiegewinnung sind z.B. zahlreiche Kostenstellen gar nicht eingepreist (Umweltkosten, Endlager, etc.). Und würde man nur die “günstigsten EE-Erzeuger” fördern, liefe das hierzulande wohl auf (Onshore) Windenergie hinaus. Das EEG wurde als Instrument zur Technologie-Einführung definiert, vom Grundsatz soll es Technologie-offen fördern, also weder das eine noch das andere bevorteilen. Einführung bedeutet: “Schaffung eines Marktes” um durch Skaleneffekte Kosten und Preise einer Technologie auf Wettberbsniveau zu bringen. Und das Potenzial der PV bezweifelt übrigens niemand!!! Schon 2014/15 wird sie Offshore-Wind preislich kassieren, 2017 die ersten Anlagen wirtschaftlich ohne Förderung operieren, das Kostensenkungpotenzial ist bei PV das höchste von allen EE-Technologien!!! (Unabhängig davon, dass Sonnenländer stärker begünstigt sind). Was sich allerdings auch zeigt, dass ein “gesteurter Markt” holpert. Paradebeispiel sind da sicherlich die Agrarsubventionen.
Fehlende Transparenz etwa bei den PV-Produktionskosten sorgen für “falsche” Tarif-Degressionen (Mitnahmeeffekte zu Zeiten des Siliziumengpasses, neue energie 5/2010), unterschiedliche Subventionierung der Produktion (siehe chinesische Hersteller) und tölpelhafte Politik (Förderung Spanien, Tschechien) für Schieflagen und Mitnahmeeffekte (EEG gleich Instrument der Industriepolitik?). Bei den volkswirtschaftlichen Effekten wäre ich aber vorsichtig. Studien etwa von AT Kearney (http://www.ee-blog.de/2010/11/sonnenstrom-falsch-bewertet-stromkunden-konnten-entlastet-werden/ )oder von Price Waterhouse Cooperes zeigen, dass die positiven Effekte von Photovoltaik in Deutschland unterbewertet werden/wurden (etwa Einsparung von Energieimporten, Wertschöpfung auf Handwerksebene, etc.). Aber der Ansatz, “wir gucken nur, was jetzt am günstigsten ist”, greift definitiv zu kurz. Das “Herausmendeln” der besten Technologie kommt. Zur Erinnerung. Fossile Energien konnten Erneuerbare über ein Jahrhundert durch “Subventionen” und “oligopole Marktmodelle” unterdrücken. Die PV läuft in Deutschland erst seit 10 Jahren. Anfangs hieß es seitens der Energieversorger: “Pillepalle, kann man vernachlässigen.” Jetzt, wo sie alle Zubauprognosen übertrifft, (zehn Prozent Stromanteil 2020 sind locker zu schaffen) den Energieversorgern die PV aber gar nicht in den Hut passt, weil es die dezentralste Form der EE-Erzeuger ist, hierzulande ohne Großinvestoren wie Eon, RWE und Co auskommt, gibts Geschrei!
Nein. Die Antwort zur Photovoltaikförderung ist nicht so trivial und mit reichlich Propaganda durchsät! Aber: Die Energiepaneele hat Zukunft!
Ihre Propaganda-Märchen dann doch bitte auch einmal kritisch hinterfragen: Die Ideologie, die sich hinter der gleichzeitigen Forderung nach Klimaschutz und starker Förderung der Photovoltaik verbirgt, ist nämlich offensichtlich und leicht aufzudecken: Werfen Sie einfach einen Blick auf die Kosten zur Vermeidung einer Tonne CO2. Photovoltaik ist eine der teuersten Maßnahmen zur CO2-Minderung. Mit anderen Maßnahmen, auch anderen regenerativen Energien, ließe sich bei gleichen Kosten ein Vielfaches an CO2 einsparen … und dass vor dem Hintergrund der kürzlichen Meldung, dass im letzten Jahr so viel CO2 wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte in die Atmosphäre freigesetzt wurde … dies ist ein Beleg dafür, dass es in Deutschland nicht um Klimaschutz geht, sondern dass Ideologien nachgehangen wird … das Argument des großen Entwicklungspotenzials der PV ist m.E. nicht begründet, sondern ein Postulat, das aber für alle Technologien zutrifft … anbei etwas mehr Material zum Lesen und Nachdenken (vermutlich schwere Kost, da einige Ökoträumereien schonungslos aufgedeckt werden): http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/dreizehn_energiewende_maerchen/
Hinterfragen sollten Sie besonders ihre Aussagen, Brause. Kohle- sowie Atomenergie erhalten noch heute Subventionen und werden das auch künftig erhalten. Kohleverstromung gibt es seit 100 Jahren, Atomenergie seit 60 Jahren – und immer noch müssen Subventionen fliessen.
PV wird es noch vor der Windkraft in wenigen Jahren geschafft haben ohne solche Subventionen auszukommen. Das ist der Dezentralität zu verdanken.
@Jürgen Heup
Pv wird vermutlich schon im Jahr 2012 günstiger Strom erzeugen als Offshore Windkraft. Zumindest bei Anlagen größer als 1 MW, denn mehrere MW-große WKA mit kleinen PV-Dachanlagen zu vergleichen wäre unseriös.
Hinzu kommt daß der Windstrom aus dem Meer nach Süden geleitet werden muß – mit 10% Übertragungsverlusten. Auch die dafür nötigen Stromleitungen werden Abschreibungen haben und die Förderhöhe von 15 Ct/kwh die offshore gezahlt wird weiter erhöhen.
Besser man baut gleich im Süden WKA und PV-Anlagen schön verteilt, auch um den Neubau von Stromtrassen zu ersparen.
jo wie der Herr Hoffmann doch schon schrieb
Steigt sie dennoch auf 3,6 Cent
PS.
Abgeordneter
Dr. Paul
Laufs
(CDU/CSU)
Wie viele Kilowattstunden (kWh) elektrischen
Stroms sind bisher in Deutschland in Leichtwasserreaktoren
erzeugt und in öffentliche
Netze eingespeist worden, und wie hoch waren
die durchschnittlichen direkten und indirekten
Subventionen je kWh aus öffentlichen Haushalten?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Siegmar Mosdorf
vom 15. Januar 2002
In Deutschland sind bisher in Leichtwasserreaktoren ca. 3 225 Mrd.
kWh erzeugt und in öffentliche Netze eingespeist worden. Subventionen
für die kommerzielle Stromerzeugung aus Kernenergie gab es
nicht. Allerdings wurde die Forschung auf dem Gebiet der Kernenergie
durch öffentliche Mittel unterstützt.
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/14/080/1408084.pdf