Die Landesregierung in Brandenburg hat einen Entwurf für ein neues Energiekonzept vorgelegt. Während das bisherige Papier Ziele für das Jahr 2020 formuliert hatte, blickt das neue Konzept auf 2030. Und wie schon in dem vorangegangenen Schriftstück klammert sich das Land auch jetzt wieder an die heimische Braunkohle.
Bezüglich der Stromproduktion aus Erneuerbaren wird in dem Entwurf prognostiziert, dass Brandenburg bis 2020 rein rechnerisch seinen eigenen Strombedarf zu 100 Prozent aus Erneuerbaren decken kann und bis 2030 zusätzlich noch den von ganz Berlin. Aber das reicht Ministerpräsident Matthias Platzeck offenbar nicht. Denn in dem Entwurf heißt es, die Landesregierung gehe “Unsicherheiten hinsichtlich des Zeitpunktes der weitgehenden Systemintegration Erneuerbarer Energien weiterhin vom Erfordernis eines Nachfolgebraunkohlekraftwerks auf der Basis von Technologien zur CO2-armen Stromerzeugung am Standort Jänschwalde” aus. Ein neues Kohlekraftwerk soll also her – und das wiederum muss aus neuen Tagebaustätten bestückt werden. Da stellen sich doch die Frage: Was ist unsicherer – eine 100-prozentige Regenerativversorgung innerhalb eines europäischen Verbundnetzes? Oder ob CCS überhaupt ein Durchbruch gelingt – sowohl was die Technologie anbelangt als auch die Kosten oder den Widerstand in der Bevölkerung? Das Öko-Institut hat in einer Kurzbewertung zum Thema bereits festgestellt: “Ein neues Braunkohlekraftwerk ist in Brandenburg energiewirtschaftlich nicht notwendig und klimapolitisch widersinnig.”




9 Kommentare zu "Brandenburg 2030: Aber bitte mit Kohle":
Der Strombedarf kann also “rein rechnerisch” gedeckt werden. Das reicht bei den hochverfügbaren Erneuerbaren aber nicht aus, schließlich kann man keinen Kühlschrank mit rein rechnerisch vorhandenem Strom betreiben.
Da scheint der Satz zu greifen: “Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht Tatsachen!”
Oder rechnen Sie damit, dass bis dahin die erforderlichen Speicherkapazitäten (ca. 300-mal mehr als bisher) und die erforderlichen Verteil- und Übertragungsnetzerweiterungen da sind?
Schön, dass das Öko-Institut hier qualifiziert weiterhin Stimmungsmache betreibt….
Gehen Sie einmal auf http://www.solar-fuel.net/ …da finden Sie die Lösung für das Speicherproblem. Die ersten größeren Anlagen werden nun mit Audi zusammen gebaut, nachdem mehrere kleine Versuchsanlagen erfolgreich laufen. Auch diverse Energieversorger planen bereits Anlagen zu bauen und mit Solar-Fuel zusammenzuarbeiten. Die Technik ist da, es muss jetzt nur in der Fläche umgesetzt werden.
Super, dann bezahlt der Stromkunde erstmal den eingespeisten Ökostrom, dann die teure Speichertechnik mit einem Wirkungsgrad von 20, 30%, um dann auch noch das Gas zu bezahlen.
Ganz zu schweigen davon, dass hierfür wieder immenser Flächenverbrauch entsteht und das ganze erstmal investiert und gebaut werden muss. Wenn Sie mich fragen, ein schönes Konzept, mit dem Sie viel zusätzliches Geld auf Kosten der Stromverbraucher verdienen können.
Wie heißt noch ein Werbeslogan der Ökolobby: “go green – get rich”.
Stimmt, das ist eine gute Möglichkeit Energie langfristig zu speichern. Das beste sind die hohen Nutzungsgrade!
Da die Elektrolyse mit über 80% sehr effektiv ist u. kleine BHKW über 90% der Energie nutzen bleibt so am Ende noch über 70% der Anfangsenergie.
Selbst Pumpspeicher erreichen nur 80% aber sind aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage länger als einen Tag zu speichern. Und 300 TWh könnten über Pumpspeicher sowieso nie gespeichert werden – mit Gas schon!
Die Entwicklung von Enertrag zeigt dies aber besser als solar-fuel.
https://www.enertrag.com/projektentwicklung/hybridkraftwerk.html
Die momentan verwendete Elektrolyse erreicht 81%, mit weiteren Fortschritten wird aber gerechnet.
Lasst uns über die Kosten schweigen….
Die Kosten bei Pumpspeicher sind bekannt und muß nicht verschwiegen werden. Die Betreiber verlangen einen Aufschlag von 2-4 Cent/kwh pro Tag.
Aber der Bau dieser Pumpspeicher war zwingend, denn ohne sie kann kein Großkraftwerk mit Kohle oder Uran betrieben werden.
Achso, die Kosten der Elektrolyse sind auch in der Januar-Ausgabe neue energie genannt worden.
Wo sollte da also etwas verschwiegen werden. Oder hat Herr W.Stock den zweiseitigen Artikel überlesen?
Weitere Infos und Zahlen zu Windgas finden Sie zudem in der Juli-Ausgabe der neue energie: http://www.neueenergie.net/fileadmin/ne/ne_inhalte/dokumente/neue_energie0711_S30-35.PDF
Auch ein sehr guter Bericht zum Thema, der sehr gut gelungen ist Herr Wiedemann!
Könnten Sie nicht auch mal von Fronius und seiner energieautonomen Lösung berichten?
Interessant wäre auch etwas über Sun Catalytix zu erfahren die H2 direkt mit Sonneneinstrahlung ohne den Umweg Strom herstellen wollen.