Irgendwie passt der Termin: Am 11. Mai stimmt der Bundesrat über die Kürzung der Solarvergütung ab – mitten in der “Woche der Sonne”, mit der die Solarbranche Werbung für die eigene Sache machen will. Im Mittelpunkt steht dabei das Thema Eigenverbrauch.
Bis zum 13. Mai informiert die Solarbranche mit der “Woche der Sonne” über die Vorteile von Solarwärme und Solarstrom. „Es ist eine Kampagne für die Energiewende von unten“, so der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) Jörg Mayer. Die Solarenergie sei eine Energie der Bürger, die nicht von der Investitionsentscheidung großer Unternehmen abhängig sei.
Die Bürger, vor allem die Hausbesitzer, griffen zuletzt fleißig zu: Rund 7500 Megawatt an Solarmodulen landeten 2010 und 2011 auf deutschen Dächern. Der Bundesregierung ging das dann bekanntlich zu schnell. Sie hat die Einspeisetarife für Solarstrom Anfang April gekürzt. „Der Zubau bei der PV in den letzten beiden Jahren war nicht nachhaltig und hat zu Überkapazitäten geführt“, sagte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser (CDU). Sie will das Tempo drosseln. Johannes Remmel (Grüne), Umweltminister in NRW und derzeit im Wahlkampf, sieht es naturgemäß anders: Die PV befinde sich auf dem Weg von einem Luxusgut zu einem Massengut. „Diesen Weg kurz vom Gipfel abzubrechen ist falsch.“ Remmel hofft darauf, dass sich eine Mehrheit der Bundesländer im Bundesrat gegen die geplanten Solar-Kürzungen ausspricht. Auf die Zustimmung des Bundesrates angewiesen ist die Bundesregierung aber nicht.
NRW will Local Content bei PV
Remmel kündigte zudem eine Initiative seines Bundeslandes an, um die heimische Solarbranche zu stützen und zwar mittels eines Local Content-Paragrafen. Wer Solarstrom über das EEG einspeist müsste dann nachweisen, dass ein Teil seiner Anlagen in Deutschland gefertigt wurde. Offen ist, ob eine solche Auflage Europarechts- bzw. WTO-konform ist. Der deutschen Solarbranche käme sie dennoch gelegen. Sie hat derzeit mit einer Pleiteweile zu kämpfen.
Nach den langen Diskussionen um die Kosten der Photovoltaik stellt die Branche bewusst das Thema Eigenverbrauch in den Mittelpunkt. Bisher nutzen nur 12 Prozent der Anlagenbesitzer den produzierten Strom selbst, das Einspeisen war bislang lukrativer. Das könnte sich nun ändern: Zum einen sinken die Einspeisetarife für PV-Strom kontinuierlich. Zum anderen steigen die Preise für den Strombezug. Laut einer vom BSW beauftragten Studie können Haushalte bereits heute bis zu 300 Euro pro Jahr an Strom und Heizenergie sparen, wenn sie produzierten Solarstrom und Solarwärme stärker selber nutzen. „Wer keinen Eigenverbrauch macht, der verschenkt Geld“, so Studienautor Bernd Wenzel, vom Ingenieurbüro für neue Energien. Schon heute liege der Strompreis mit im Schnitt 21 Cent pro Kilowattstunde über den Einspeisestarif für Solarstrom vom Dach (19,5 Cent). Für Neuanlagen ist der Eigenverbrauch bereits obligatorisch. Seit dem 1. April werden für Solaranlagen nur noch 80 Prozent des erzeugten Stroms vergütet.
Wirklich hohe Quoten beim Eigenenergieverbrauch lassen sich aber nur mit Investitionen in Speicher realisieren, also etwa Warmwasserspeicher oder Batterien. Beim Strom ist dies wegen der hohen Preise für Batterien derzeit noch nicht wirtschaftlich. Mit einem Lastmanegement, Haushaltsgeräte laufen also nur wenn die Solaranlage Strom liefert, lassen sich aber bereits Eingenverbrauchsquoten von 40 Prozent erreichen.






1 Kommentar zu "Sonnenstrom selber nutzen":
Die Anlage im Bild ist aber mies verlegt, so sind die Erträge nicht gut!
Schon 2010 lag der Durchschnittspreis für Strom bei 24 Cent/kwh. Heute werden es eher 26-27 Cent sein.