Am Mittwoch erhalten Verkehrminister Peter Ramsauer und Wirtschaftsminister Philipp Rösler den dritten Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität. Eine Erkenntnis: Das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen, wird verfehlt. Die Hersteller verlangen mehr Geld.
Deutschland soll zum Leitmarkt für Elektroautos werden, so lautet Mantra der Bundesregierung. Mit Elektromobilitätsgipfeln, Modellregionen und nun mit Schaufenstern will sie das Thema voranbringen. Der Erfolg ist überschaubar, im letzten Jahr wurden knapp 2500 neue E-Fahrzeuge zugelassen, die wenigsten davon von Privtapersonen. Der dritte Bericht der Nationalen Plattform Elektrombilität (NPE) in der Autobauer, Energieversorger und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Verbänden zusammen sitzen, klingt daher auch etwas nüchtern, Deutschland befinde sich auf einem guten Weg, ist dort zu lesen.
Ausführlich werden Antriebs- und Fahrzeugtechnologien und das Volumen der dazu passenden Forschungsprojekte oder die Arbeit der Modellregionen beschrieben. Spannend wird es in Kapitel 5.2 “Status der Maßnahmen zur Marksituation”. Dort beklagen die Autoren, dass die Bundesregierung nicht alle Empfehlungen der NPE zur Förderung von Elektroautos aufgenommen hat, wie beispielsweise die reduzierte KFZ-Seuer für E-Zweitwagen. “Eine Abweichung der durch die NPE vorgeschlagenen Fördermaßnahmen würde sich nach bisherigen Annahmen direkt in einer Reduktion der erreichbaren Absatzentwicklung niederschlagen”, so das Fazit der Autoren. Die Fördermaßbnahmen der Bundesregierung reichen ihrer Ansicht nach aus, um 600 000 Autos bis 2020 auf die Straße zu bringen. Um das Ziel von einer Million Fahrzeuge zu erreichen, müssten gegebenenfalls “Rahmenbedingungen angepasst und nachgesteuert” werden – im Klartext: Die Bundesregierung soll mehr Geld bereitstellen.
Umweltverbände kritisieren Arbeit der NPE
Umweltverbände kritisieren die Forderung. “Es sollte nicht nur um die reine Absatzförderung von E-Autos gehen”, sagt Viviane Raddatz, Verkehrsexpertin beim WWF.Ihrer Einschätzung nach wird die Zahl von einer Million E-Fahrzeugen ohne zusätzliche Förderungen im Jahr 2022 erreicht. “Davon ist in dem Bericht aber nichts zu lesen.” Auch Geld für teure Ladeinfrastruktur, wie es die Energieversorger fordern, hält sie für nicht notwendig.
Die Umweltorganisationen arbeitet mit anderen Klimaverbänden in der NPE mit, finden ihre Position in dem NPE-Bericht aber nur unzureichend wiedergegeben. Sie kritisieren die teilweise intransparente Arbeit des Gremiums. “Es geht den Herstellern darum, dem Staat Geld abzunehmen,” so Dag Schulze vom Klimabündnis. Die Verbände fordern, die NPE müsse eine breiteres Verständnis von Mobilität entwickeln, vom Elektro-Roller bis hin zum Nahverkehr. Zudem soll der Ausbau der Elektromobilität stärker mit Ausbau der erneurbaren Energie verknüpft werden.
Ein Problem bleibt: Die heimischen Autobauer tun sich beim Thema alternative Antriebe weiterhin schwer. Daimler bringt in diesem Jahr mit dem Smart Electric Drive als erster deutscher Hersteller ein reines Batteriefahrzeug auf den Markt. Wann die Konkurrenz nachzieht, ist offen. Die Ankündigung der NPE, die deutschen Hersteller können bis zum Jahr 2014 15 elektifzierte Fahrzeugmodelle anbeiten, erscheint da mehr als optimistisch. Hybrid-Fahrzeuge zählen zwar dazu, aber nur wenn sie über ein Plug-In, also die Möglichkeit die Batterie separat zu laden, verfügen. Ein solches Fahrzeug ist ab Herbst in Deutschland verfügbar: Der Toyota Prius Plug-In.







3 Kommentare zu "Elektromobilität: Die Million verfehlt":
Neue Mobilität für neue Kunden…
Fast alle Entwicklungen im Bereich der eMobilität beschäftigen sich mit Batterien, Ladeinfrastruktur und Mehrwertdiensten. Das ist die Grundlage/Basis der neuen Mobilität.
Kaum jemand kümmert sich heute um die darüber liegenden Applikationen und Geschäftsmodelle. Wie z.B. eine intelligente mobilitätsbezogene Energieversorung mit der sich der Nutzer einfach und schnell für das beste bzw. günstigste Angebot entscheiden kann. Diese Angebote sollten durch unabhängige Portalanbieter platziert werden, die das beste Angebot im Sinne der Verbraucher zusammenstellen.
Die Mobilitätsversorgung der Zukunft erfolgt online. Diese Herausforderung gilt es zu lösen, damit ein nachhaltiger Erfolg garantiert ist.
Ein möglicher Lösungsansatz kann z.B. http://www.eTanken24.de sein.
Wenn sich die Bundesregierung das Ziel setzt, eine Million Fahrzeuge auf die Straßen zu bringen, so muss auch das nötige Geld bereitstellen, um dieses Ziel zu erreichen.
China zum Beispiel investiert verstärkt in alternative Antriebe. Derzeit sollen in 25 großen chinesischen Städten 27.400 umweltfreundliche Fahrzeuge fahren. Bis März 2013 soll die Zahl auf 39.700 steigen. 4 Milliarden Yuan, was umgerechnet rund 484 Millionen Euro sind, stellt die chinesische Regierung dafür bereit.
Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/produktion-technologie/alternative-antriebe-bekommen-2013-schub/
Bis 2020 sollen 1 Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Um dieses Ziel der Bundesregierung zu erreichen, müssen das Elektroauto und seine Funktionen noch bekannter gemacht werden. Erst ein Bruchteil der deutschen Autofahrer kam mit einem Elektroauto in Kontakt. Nur wenige wissen, was die Antriebsstränge bei Plug-in-Hybrid, Range-Extender und Hybrid-Fahrzeugen ausmacht. Die deutschen Automobilhersteller fordern daher: „Die Politik muss das Thema mehr fördern, und auch mehr Werbung für Elektroautos machen.“ Quelle : http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/produktion-technologie/friede-freude-elektroauto/