Eon will Geld für alte Kraftwerke

Der Energieversorger Eon will sich den Weiterbetrieb von alten Gaskraftwerken von der Bundesnetzagentur vergüten lassen. Das Unternehmen plant drei Anlagen in Süddeutschland abzuschalten, darunter Staudinger 4 in Hessen und Irsching 3 in Bayern.

Die alten Kraftwerke lassen sich laut Eon nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Sie haben schlechte Wirkungsgrade, zudem belasten steigende Brennstoffkosten den Betriebe. Sollte der Weiterbetrieb bestimmter Anlagen notwendig sein, um Engpässe im Stromnetz zu vermeiden, will Eon eine Entschädigung. Von einem Unternehmen könne nicht verlangt werden, eine unrentable Anlage für die Allgemeinheit am Netz zu halten, so Eon-Vorstand Klaus-Dieter Maubach.

Die Bundesnetzagentur prüft derzeit, ob es sich bei den Eon-Anlagen um für die Netzsicherheit erforderliche Kraftwerke handelt. Wenn ja, schließt Netzagenturchef Jochen Homann eine Entschädigung nicht aus.

Die Anfragen an die Netzagentur könnten sich häufen. Wegen des Zuwachs an erneuerbaren Energien sind fossile Grundlastkraftwerke weniger ausgelastet. Laut Eon ist selbst das erst im letzten Jahr eingeweihte supermoderne Gas- und Dampfkraftwerk Irsching 4 nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben: „Wir würden das heute nicht mehr bauen“, so Vorstand Maubach.

3 Kommentare zu "Eon will Geld für alte Kraftwerke":

  1. 9966
    Nicole Weinhold · 4. Juli 2012 - 09:06 Uhr · Permalink

    Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, den einen oder anderen Neubauplan noch einmal zu überdenken.

  2. 10132
    Franz · 11. Juli 2012 - 08:33 Uhr · Permalink

    Warum werden dann heute noch unflexible Grundlastwerke geplant und gebaut? Diese Konzerne widersprechen sich doch selbst. Deren Ziel ist doch nur möglichst viel Geld zu erpressen.

    Die Politik sollte endlich Anreize dafür liefern daß EE-Kraftwerke wie Biogas u. Biomasse flexibel nach Bedarf liefern u. Zwischenspeicher inkl. größere Kraftwerksleistungen begünstigen.
    Auch der Ausbau mit BHKW die stromgeführt betrieben werden muß schneller vorangehen.
    Siemens nahm vor kurzem ein GuD-Kraftwerk mit 61% el. Wirkungsgrad u. 85% Gesamtwirkungsgrad in Betrieb.

  3. 10149
    Fritz Brause · 13. Juli 2012 - 12:05 Uhr · Permalink

    Erst wurden erneuerbare Energien wie Photovoltaik jahrelang ohne Sinn und Verstand massiv überfördert, und jetzt steht zu befürchten, dass die Endverbraucher aufgrund des Einspeisevorrangs der Neuen Ineffizienten Energien (NIE) zusätzlich auch noch die Kosten für die notwendige Vorhaltung der konventionellen Backup-Kraftwerken übernehmen müssen … das ist Irrsinn pur! Hoffentlich merken die Bürger bald, welches ideologische Spiel Ökofundamentalisten mit ihnen getrieben haben!

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