Mit Wind unterwegs

Bisher sorgte Erdöl aus Saudiarabien oder Rußland für die Mobilität in Deutschland. In Zukunft könnte der Sprit für die Fahrzeuge aber auch aus der Uckermark kommen – zumindestens wenn es sich um Wasserstoffmobile handelt.

In der dünnebsiedelten Uckermark wird häufig mehr Strom produziert, als die Netze abtransportieren können. Wohin also mit dem Strom? Warum nicht ins Auto, dachte sich die Firma Enertrag, Betreiber von Windparks, und baute  eine Elektroylseanlage. Die nutzt den Windstrom zur Wasserstoffproduktion. Brennstoffzellenfahrzeuge wandeln den Wasserstoff wiederum in Energie für den Elektromotor um. Der Vorteil: Anders als Batteriebetriebe Stromer verfügen Brennstoffzellenfahrzeuge über Reichweiten von bis zu 450 Kilometer. Betanken lassen sie sich in wenigen Minuten.

Noch bietet allerdings kein Autobauer ein Wasserstofffahrzeug an. Bisher gibt es nur Prototypen, etwa von Honda, General Motors, VW oder Toyota. Die Hersteller haben sich gemeinsam mit Total zur Wasserstoffinitiative Clean Energy Partnership (CEP) zusammengeschlossen und erproben die Fahrzeuge in und um Berlin. Der Wasserstoff für die Brennstoffzellen stammt unter anderem aus der Uckermark. Die CEP hat sich zum Ziel gesetzt, 50 Prozent der Fahrzeuge mit Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen zu betanken.

Mit dem Wasserstoffmobilen unterwegs zu sein, macht großen Spaß, denn Elektromotorspezifisch geht es vor allem bis Tempo 100 sehr flott voran. Fahrzeuge wie der Honda Clarity schaffen bis zu 160 Kilometer in der Stunde, und bleiben dabei angenehm leise. Der Fahrer sitz zudem mit dem guten Gewissen am Steuer, dass sein Auto kein Gramm CO2 ausstößt, zumindest wenn der Wassestoff mit Windstrom hergstellt worden ist.

Als erste wagt sich Daimler vor, und will seine Wasserstoff B-Klasse ab dem Jahr 2014 anbieten. Die Preise stehen noch nicht fest. Sie dürften aber über denen von Benzin und Dieselfahrzeugen liegen. Im Verbrauch sind die Wasserstoff-Fahrzeuge dagegen günstiger. 100 Kilometer Reichweite kosten etwa 12 bis  14 Euro, Steuern und Abgaben entfallen.

1 Kommentar zu "Mit Wind unterwegs":

  1. 8769
    Ruedi · 10. Juni 2012 - 00:33 Uhr · Permalink

    Nicht Mercedes sind die Ersten sondern Hyundai schon im Jahr 2013 !!

    http://www.dwv-info.de/aktuelles/wss2012/wss1203.pdf
    Die Koreaner haben vor, das erste Tausend solcher Autos Ende dieses Jahres zu produzieren und 2013 in den Betrieb zu geben.

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