Bundesnetzagentur: 4374 Megawatt an neuer Photovoltaik-Leistung im ersten Halbjahr

Die Bundesnetzagentur hat heute die PV-Zahlen für Mai und Juni veröffentlicht: Zu den 2.339 Megawatt (MW) bis April gesellten sich im Mai Anlagen mit einer Leistung von 254 MW und über 1790 MW im Juni dazu, womit im ersten Halbjahr mit über 4,3 Gigawatt (GW) ein neuer Installations-Rekord erzielt wurde: Derzeit sind in Deutschland fast 1,2 Millionen PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 29.000 MW am Netz.

Dass der PV-Zubau im ersten Halbjahr sehr hoch ausgefallen ist, das hatten die Spatzen bereits vom Dach gepfiffen. Die Installationsspitze im Juni mit 1,7 GW dürfte mit der Unsicherheit über den Ausgang der Solarnovelle zusammenhängen . Entstprechend werden wohl auch von Juli bis Oktober zahlreiche Anlagen installiert. Die erste Degressionskorrektur findet erst im November statt.

6 Kommentare zu "Bundesnetzagentur: 4374 Megawatt an neuer Photovoltaik-Leistung im ersten Halbjahr":

  1. 10731
    Ruedi · 2. August 2012 - 21:46 Uhr · Permalink

    Ab November wird die Förderung dann monatl. um 0,6 Cent/kwh gekürzt werden. Ob da die Solarindustrie mit Preissenkungen gegenhalten kann?
    Selbst die chinesischen Modulhersteller machen wie die deutschen Hersteller Verluste. Nur steht hinter den Chinesen der eigene Staat während die dt. Solarindustrie den Staat (schwarzgelb) GEGEN sich hat.

  2. 10732
    Fritz Brause · 2. August 2012 - 23:22 Uhr · Permalink

    Hoffentlich nicht! Wenn die schon länger vorliegenden Erkenntnisse zum staatlichem Dirigismus angemessen berücksichtigt worden wären, hätten die EEG-Subventionen für die Photovoltaik bereits viel früher und deutlich drastischer gekürzt werden müssen, um den volkswirtschaftlichen Schaden zumindest zu begrenzen … insofern ist Ihre Behauptung unsinnig, Rudi, die Solar-Branche habe die Regierung gegen sich … zum Glück wird der langmütige deutsche Michel diesen Schildbürgerstreich bald erkennen. Die Neuen Ineffizienten Energien (NIE) werden ihre öffentliche Akzeptanz verlieren, wenn die schon jetzt absehbaren, weiteren EEG-Preissteigerungen nicht mehr so plump wie bisher den “bösen, verabscheuungswürdigen Energiekonzernen” angelastet werden können …

    • Friedrich Schäufele · 7. August 2012 - 17:50 Uhr · Permalink

      Lieber Herr Brause,

      da Sie bisher ein sehr großes Talent in Bezug auf das Recherchieren von Daten, Zahlen und Fakten an den Tag gelegt haben, bitte ich Sie, falls es Ihre Zeit zulässt,
      die bisher angehäuften Subventionen für Kohle- und Atomstrom sowie die in Zukunft noch anfallenden Subventionen aufzulisten (bitte jeweils p.a.).

      Dabei meine ich nicht nur die direkten, sondern vielmehr auch die indirekten Subventionen (Lagerung des Mülls, etc.).
      Ich denke das Recherchieren der indirekten Subventionen wird weitaus schwieriger sein, über viele Punkte wird man sich auch streiten können.

      Zu dem volkswirtschaftlichen Nutzen hätte ich auch gerne folgende Zahlen:
      Wieviel Menschen in der BRD finden Arbeit in der sogenannten “NIE”-Branche (auch Zulieferbetriebe), wieviele in der “effizienten” Branche?

      Vielen Dank im Voraus,
      ich warte gespannt auf Ihre Antwort,
      Ihr Friedrich “Michel” Schäufele

      p.s. Bitte glauben Sie nicht dass ich hier irgendeine Seite verteidigen will, ich bitte aber um eine differenziertere Betrachtung

      • Fritz Brause · 13. August 2012 - 20:22 Uhr · Permalink

        Lieber Herr Schäufele,

        1.) Ihre Frage nach Subventionen für Kernenergie ist einfach mit einem Verweis auf die Drucksache 14/8084 des Deutschen Bundestags vom 25. Januar 2002 beantwortet (siehe Drucksache 14/8084, Fragen 27 ff). In dieser hatte die einer Begünstigung der Kernenergie sicherlich unverdächtige, damalige rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder eine schriftliche Anfrage nach den bisherigen indirekten und direkten Subventionen für Atomstrom aus öffentlichen Haushalten wie folgt beantwortet:

        “Subventionen für die kommerzielle Stromerzeugung aus Kernenergie gab es nicht. Allerdings wurde die Forschung auf dem Gebiet der Kernenergie durch öffentliche Mittel unterstützt.”

        Diese Daten zur Forschungsförderung der Kernenergie sind bekannt: Die von 1956 bis 2010 gezahlten öffentlichen Mittel belaufen sich insgesamt auf rund 17 Mrd. €. Davon entfallen rund 8 Mrd. € auf Leichtwasser-Reaktoren (LWR) und etwa 9 Md. € auf sonstige Technologien wie Schnelle Brüter oder Thorium-Hochtemperatur-Reaktoren, die politischen Entscheidungen zum Opfer gefallen sind und heute nicht kommerziell genutzt werden, sowie die Kernfusion, die mit der Kernspaltung nichts zu tun hat.

        Mit Berücksichtigung der von 1956 bis 2010 mit LWR in Deutschland produzierten Strommenge von knapp 4500 TWh resultiert eine spezifische Forschungsförderung von inzwischen weniger als 0,18 Ct/kWh. Preisbereinigt, das heißt im Geldwert von 2010, ist von einer spezifischen Forschungsförderung für heute kommerziell eingesetzte LWR von 0,35 Ct/kWh zu sprechen.

        Die Kosten für den Rückbau der Kernkraftwerke und für ihre Entsorgung sind seit jeher im Strompreis enthalten. Die notwendigen Mittel werden in den Bilanzen zurückgestellt und über 25 Jahre angespart; sie stehen heute also bereits nahezu vollständig zur Verfügung. Weitere Informationen erhalten Sie mit Google und den Stichworten “Drucksache 14/8084″ sowie “Forschungsförderung Kernenergie”.

        2.) Ihre Frage zu Subventionen für Kohle wird ebenfalls in der Drucksache 14/8084 des Deutschen Bundestags vom 25. Januar 2002 beantwortet:

        “Auf Basis deutscher Steinkohle erzeugter Strom für die öffentliche Versorgung wird nicht subventioniert, weil deutsche Steinkohle wie Importsteinkohle zum Weltmarktpreis in den Kraftwerken eingesetzt wird. Steinkohle-Beihilfen werden lediglich für den Absatz deutscher Steinkohle und als Stilllegungsbeihilfen an die Steinkohle fördernden Unternehmen gewährt.”

        3.) In der Frage nach der Anzahl an Arbeitsplätzen in beiden Branchen bzw. Arbeitsplatzeffekten verweise ich auf die schon länger kontrovers geführte öffentliche Diskussion. Generell ist zwischen Brutto- und Nettoeffekten zu unterscheiden. Arbeitsplatzstudien, in denen nur Bruttoeffekte berücksichtigt werden, greifen hier zu kurz. Zumindest mittelfristig sind meines Erachtens Arbeitsplätze zielführend, die auch ohne staatliche Subventionen auskommen. Ob die NIE-Branche dieses Kriterium erfüllt, wird die Zukunft zeigen … ein Blick auf die aktuelle Situation der Photovoltaik- und Windenergie-Branchen lässt eher das Gegenteil vermuten.

  3. 10792
    avp · 6. August 2012 - 12:06 Uhr · Permalink

    Ich glaube daß die Einspeisevergütung immer weniger eine Rolle spielen wird ob eine Anlage installiert wird oder nicht. Das Positive ist ja daß die Strompreise mit der Verteuerung der fossilen Brennstoffe nur noch weiter steigen können.
    Diese Regierung sorgt durch ihre Klientelpolitik dafür daß die EEG-Umlage steigt, wie im neusten Heft zu lesen ist wäre ohne die Befreiungen der Großverbraucher die Umlage um 1 Cent niederiger. Dazu kommt ja noch die Mehrwertsteuer.
    Nebenbei wurden die Großverbraucher auch von den Netzkosten völlig befreit u. die Börsenstrompreise sind wegen der erneuerbaren um 20% gesunken. Die profitieren von den erneuerbaren ohne Ende.
    Früher hieß es mal die Umlage soll nur 1 cent (oder wars 1 Euro im Monat?) betragen, das war noch unter rotgrün. Bis heute haben CDU u. FDP dafür gesorgt daß dieser Betrag um über das 3fache gestiegen ist. Was für eine Unfähigkeit!
    Man kann nur hoffen dass eine künftige regierung diese ungerechten begünstigungen wieder herausrechnet, dann liegen wir wieder bei 1 Cent/kwh – trotz des riesigen Zubaus bis heute.
    (nachzulesen beim bund der Energieverbraucher).

  4. 10793
    avp · 6. August 2012 - 12:09 Uhr · Permalink

    aja, und steigende Strompreise und sinkende pv-preise lassen die Verbraucher auf Eigenverbrauch umsteigen. sogar kleine Dachanlagen haben heute Gestehungskosten von 15-16 cent/kwh. Warum sollte also jemand noch bereit sein 26 Cent für eine kwh zu zahlen? Und diese Schere wird sich immer weiter öffnen. die dummen werden eben weiter teuren kohle u. atomstrom vom Netz beziehen.

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